Warum Deutschland im Vergleich zur Schweiz punktet – Ein Blick auf Arbeitszeiten, Gehalt und Lebensqualität.

Ich habe die Tage mal wieder Berichte und Werbungen für ein Arbeiten in der Schweiz als Arzt gesehen… Das ist so üblich, seit Jahrzehnten bekannt und unsere lieben Nachbarn mit den vielen Bergen freuen sich vor allem über deutsche Fachärzte, weil der Ärztemangel dort auch tüchtig um sich greift. Ohne Ausländer würde das schweizer Gesundheitssystem dann auch zusammenbrechen laut den schweizer Zeitungen.
40% sind nach Medienberichten ausländische Ärzte und sehr viele davon hoch ausgebildete Fachärzte aus Deutschland. Das liegt an dem auf den ersten Blick niedrigem Stand von Medizinstudienplätzen in der Schweiz. 1200 im Jahr bei 10 Millionen Bevölkerung. Die da überaltert, wie in Deutschland auch. Und wegen dem Fachärztemangel soll hier bis im nächsten Jahr eine Erhöhung auf 1300 Studienplätze erfolgen.
Ein Studienplatz kostet ca. 642.000 Schweizer Franken für 6 Jahre Ausbildung an der Universität.
Sind also 834 Millionen und 600 Tausend Franken jährlich für den Staat, wenn man die 1300 Studienplätze annimmt. Eine Menge Geld. 7692 Ärzte auf 1 Million Menschen. Dann kommt die klinische Ausbildung, bei der man anders als in Deutschland in der Regel die Häuser wechseln muss und da werden vor allem die Schweizer Kollegen ausgebildet, quasi keine Assistenzärzte aus dem Ausland… habe ich auch vor 20 Jahren selber so erlebt.
Und da liegt es insgesamt nahe, dass man gerne die gut ausgebildeten Fachärzte aus dem Ausland kommen lässt… sprechen Deutsch… sind sehr gut… das versteht man natürlich, weil ja jeder auch opportunistisch ein bisschen ganz gut nach sich selber schaut… Die Gehälter sind offensichtlich hoch und diese Zahlen lassen dann auch manchen Arzt auf eine bereinigte Rechnung verzichten… mit allem was man sich im Kopf zusammenreimt. Die Arbeitsbedingungen werden gerühmt… und die Arbeitszeiten verschwiegen… die Wartezeiten der Patienten auf Termine auch.
In Deutschland sind es ca. 170.000 Euro pro Medizinstudent und 11.600 Studienplätze. Das kostet die Deutschen fast 2 Milliarden Euro. 7155 Ärzte auf 1 Million Menschen.
Da Franken und Euro relativ ähnlich sind im Wert, auch eine Menge Geld, vor allem weil in Deutschland ja mit weniger Geld effektiv gelebt wird, als in der Schweiz.
Das heißt, beide Länder haben eine medial bekannte Unterversorgung der Bevölkerung, aber die schweizer Kollegen bilden pro Million Einwohner mehr Ärzte aus und sie mögen die deutschen Fachärzte um weiter zu kompensieren…
Nur wie sieht es hier aus? Dieses entstandene Vakuum saugt dann aus dem Osten, Südosten und bis nach Arabien die Kollegen und Kolleginnen nach Deutschland.
Also die Unterversorgung in Deutschland ist größer, wird weiter verschärft und muss von erstmal mäßig deutschsprechenden Kolleginnen und Kollegen ausgeglichen werden. Diese müssen in vielen Fällen erstmal auf unseren Standard angehoben werden und sie fehlen natürlich in ihren Heimatländern.
Aber auch Vorsicht bei dem was ich schreibe, gerade wir haben Kolleginnen die im Ausland ausgebildet wurden, die haben die deutsche Sprache und das Arbeiten in Deutschland gelernt; und die sind wirklich wunderbar… ganz klasse…
Aber das Gesamtproblem bleibt natürlich…
Irgendwie nicht gut, habe ich mir da so gedacht und das ganze auch mal hinterfragt.
JA, die Situation in Deutschland hat sich verschärft für das Fachpersonal und der Glauben in die Politik ist auch schlechter geworden... vielleicht ist das ein Grund, aber traditionell gehen seit Jahrzehnten die Ärzte in die Schweiz. Kann also nicht alles sein. Ich denke, ist man einmal gegangen, dann will man auch bleiben, dort ein Leben aufbauen und in Selbstständigkeit arbeitet man hier und dort 60 Stunden in der Woche.
Aber heißt das, Arbeiten in Deutschland ist immer schlechter? Ich glaube das nicht, ich denke es hat viel damit zu tun, was man daraus macht, selber und für seine Angestellten… ja, mit Weitblick und auch mit einigen Raffinessen… das geht nicht von selber, stimmt dann auch, bei uns in Deutschland kann man nicht nur studiert haben und sich dann zurück lehnen weil man so toll ist, besonders dann nicht, wenn man wirklich einen Betrieb aufbauen möchte.
Aber das man hier als Arzt auch immer noch verheizt wird in den Krankenhäusern, das muss man glaub ich nicht beschönigen.
Ich habe mir dagegen mal unsere Praxen und unser Konzept im Vergleich angeschaut, gerade weil wir sehr viel Wert auf gute Arbeitsbedingungen und gute Bezahlungen legen… und da müssen wir uns nicht verstecken, denke ich so bei mir. Scheint so, dass man trotz aller Schwierigkeiten auch in Deutschland echt etwas Gutes aufbauen kann.
Natürlich haben wir uns da so Einiges einfallen lassen und auch viele sonst eher Unbekannte Beteiligte mit rein genommen um sehr ordentliche Versorgung für Menschen und Mitarbeiter zu schaffen… aber es ist gelungen und es wäre sicher wichtig, dass auch viele Arztkollegen in Deutschland sich Einiges einfallen lassen um hervorragende Arbeitsbedingungen zu schaffen…
Also, mal den Vergleich geführt
Arbeiten in unseren Hausarztpraxen: Warum Deutschland im Vergleich zur Schweiz trotzdem punktet.
Die Arbeit in der hausärztlichen Versorgung ist anspruchsvoll, vielseitig und unglaublich wichtig für unser Gesundheitssystem. Doch nicht jede Praxis und jedes Land bietet die gleichen Arbeitsbedingungen. Daher, bei uns, erleben wir tagtäglich, warum das Arbeiten hier so besonders und im Vergleich zur Umgebung oftmals besser ist.1. Arbeitsklima: Teamgeist und Wertschätzung stehen im Mittelpunkt
In unseren Praxen legen wir besonderen Wert auf ein familiäres Arbeitsklima. Jeder Mitarbeiter – von den Medizinischen Fachangestellten bis hin zu den Ärzten – wird als wichtiger Teil des Teams geschätzt. Wir fördern individuell und fordern aber auch… was die Motivation und das Miteinander stärkt.
Ein oft übersehener Punkt: Die Lebenshaltungskosten in der Schweiz sind deutlich höher als in Deutschland. Mieten, Lebensmittel und Freizeitaktivitäten schlagen in der Schweiz massiv zu Buche, was selbst bei einem höheren Gehalt die Vorteile schnell relativiert. Bei uns in Deutschland – und speziell in unserer Region – genießen Mitarbeiter ein hohes Lebensniveau ohne die finanziellen Belastungen, die in der Schweiz üblich sind.
Fazit: Eigentlich eine runde Sache.Die Arbeit in unseren Hausarztpraxen bietet dann auch das Beste aus beiden Welten:
Hier möchten wir die wichtigsten Unterschiede und Vorteile unserer Praxen hervorheben – und warum wir glauben, dass das Arbeiten bei uns eine sehr gute Wahl ist.
2. Arbeitszeit und Urlaub: Mehr Freizeit in Deutschland.
Ein klarer Pluspunkt bei uns sind die geregelten Arbeitszeiten: 41-Stunden-Wochen für Ärzte, 38,5 Stunden für medizinische Fachangestellte und bis sechs Wochen Urlaub ermöglichen wir unseren Mitarbeitern, ihre Arbeit effizient und ohne Überlastung zu erledigen.
In der Schweiz sieht es anders aus: Dort sind Wochenarbeitszeiten von 50 bis 60 Stunden vertraglich festgelegt, beim Assistenzpersonal ungefähr 43 Stunden und der Urlaub ist mit nur vier Wochen im Jahr deutlich knapper bemessen. Diese Diskrepanz wirkt sich nicht nur auf die Work-Life-Balance aus, sondern auch auf die langfristige Zufriedenheit und Gesundheit der Mitarbeiter.
Es ist auch so, dass in der Reinberechnung auf die Wochenarbeitsstunden, quasi kaum finanzieller Vorteil mehr zu verzeichnen ist für viele Anstellungen bei dem Nachbarland und die Lebenshaltungskosten sind zwei bis dreimal so hoch.
3. Sprechstundenzeiten: Effizient und patientenorientiert. Darauf legen wir sehr viel Wert.
Unsere Praxisstrukturen sind so gestaltet, dass sowohl die Patientenversorgung als auch die Bedürfnisse der Mitarbeiter berücksichtigt werden. Bei uns gibt es:
- Bis 30 Minuten Vorsorgetermine bei großen Untersuchungen aus der Vorsorgepraxis
- 20-Minuten - Sprechstunden für reguläre Anliegen,
- 10-Minuten-Sprechstunden für schnelle Themen wie Krankmeldungen oder grippale Infekte.
In der Schweiz hingegen sind die Sprechstundenzeiten auch gut, aber auch mal enger getaktet, was sowohl für Ärzte als auch für Patienten zusätzlichen Druck bedeutet.
4. Belastung und Druck: Mehr Entspannung in Deutschland, wenn man in unseren Praxen arbeitet.
Ein weiterer Nachteil in der Schweiz ist der steigende Druck auf das medizinische Personal. Patienten fordern häufiger Termine und erwarten eine sofortige Versorgung – unabhängig von den verfügbaren Kapazitäten. Dies führt zu zusätzlichem Stress und belastet das gesamte System.
Natürlich ist das in Deutschland auch ein generelles Problem und wirklich nicht zu klein, was wir lokal aber eben mit Verteilung von wichtigen und verantwortungsvollen Arbeiten auf unsere MFAs und sonstigen Mitarbeiter beantwortet haben. Bei uns sind die Ärzte 90% ihrer Arbeitszeit am Patienten. Das bedeutet, wir kennen das tatsächlich nur bei Anderen.
Die Situation zeigt die durchaus bestehenden deutlichen Schwächen die auch im schweizer Gesundheitssystem auftauchen, das, wie das deutsche System dringend überdacht werden muss, um auch künftig eine einwandfreie Versorgung zu gewährleisten.
In unseren Praxen arbeiten wir bewusst daran, solchen Druck zu minimieren, indem wir klare Strukturen, transparente Terminvergaben und ein starkes Teammanagement fördern.
5. Gehalt: Effektiv ähnlich gut oder auf das Land bezogen…sogar besser
- Wir bezahlen Gehälter, die effektiv auf Augenhöhe mit den schweizer Praxen liegen.
- Selbst bei besser zahlenden Kollegen in der Schweiz sind die Unterschiede im Nettogehalt gering.
- Gerade weil die Lebenshaltungskosten in der Schweiz mindestens doppelt so hoch wie in Deutschland.
Ein Hauskauf in der Schweiz beginnt selten unter einer Million Franken, und nach oben sind keine Grenzen gesetzt – Preise von zwei Millionen oder mehr sind keine Seltenheit. Dieser „Vorteil“ des schweizer Gehalts schmilzt angesichts solcher Kosten schnell dahin.
6. Soziale Absicherung und Steuerstruktur: Deutschland überzeugt
Deutschland bietet nicht nur umfassendere soziale Absicherung, sondern auch der Steuersatz liegt zwischen 20 bis 30%, was bei aller Werbung für die Nachbarn allenfalls gering unterboten werden kann im Mischsteuersatz
Und die Umgebungskosten sind eben hoch.
- Lohnfortzahlungen bei Krankheiten sind besser geregelt. In der Schweiz besteht bei Krankheit in der Probezeit kein Anspruch auf eine Lohnfortzahlung. Hat man Pech, geht man in die Grundsicherung, also Sozialhilfe und die Ersparnisse müssen erst verbraucht werden. Auch danach werden sehr individuell und meist nur wenige Wochen vom Arbeitgeber bezahlt. Das Krankentagegeld ist gar nicht selbstverständlich und hat viel mit den Konditionen der Krankenkasse zu tun.
Diese ist in der Schweiz durch den Arbeitnehmer selbst abzuschließen, sie hat häufig weniger Leistungen und deutlich höhere Zuzahlungen, sowohl bei den Beiträgen, als auch in den Zahlungen im Behandlungsfall.
- Die deutschen Sozialleistungen bieten eine größere Sicherheit für Mitarbeiter und Familien. Während in der Schweiz mehr auf private Absicherung gesetzt wird.
Das gilt sogar für die vielgerühmte Rente dort. Da muss ganz viel privat geleistet werden um später gut versorgt zu sein.
Der Kündigungsschutz bis dahin ist aber um Stufen schlechter für einen Arbeitnehmer. Also gibt es viele Regelungen, die deutlich weniger großzügig ausfallen, was gerade zu Beginn einer Lebenskarriere von vielen übersehen wird.
Und da ist es fast schon erstaunlich, dass sich der Ruf nach der „freien, weiten und unabhängigen Schweiz“ so gut hält und es wirklich viele Interessenten gibt…
Oder es ist eine dringende Aufforderung, dass alle Kollegen in unserem Land dringend daran arbeiten sollten wieder gleichwertige und bessere Arbeitsbedingungen für Ärzte und medizinisches Personal zu schaffen.
Und da gibt es neben den Gehältern ja wirklich einige andere Faktoren, die hier entscheidend sind. Schließlich kann man auf seinem Gehalt nicht alleine durch den Tag kommen…das muss einfach wieder Spaß machen.
7. Individuelle Förderung und besondere Konzepte
Ein wesentlicher Grund, warum unsere Praxen so herausstechen, liegt in unserem persönlichen Engagement für unser Team. Wir stehen mit jedem Mitarbeiter in engem Kontakt, bieten individuelle Förderungen und entwickeln kreative Wege, um finanzielle Absicherungen zu schaffen.
Dieser Ansatz erfordert nicht nur viel Arbeit, sondern auch Geschick, um nachhaltig ein Arbeitsumfeld zu schaffen, das nicht selbstverständlich ist. Doch genau das zeichnet uns aus – und macht das Arbeiten bei uns zu etwas Besonderem.
Angesichts all dieser Faktoren sollten sich Ärzte und medizinisches Fachpersonal gut überlegen, ob sich ein Wechsel ins Nachbarland tatsächlich lohnt. Unsere Erfahrung und unser Konzept zeigen: Deutschland – und insbesondere unsere Praxen – bieten ein attraktives Gesamtpaket, das Lebensqualität, finanzielle Sicherheit und berufliche Erfüllung vereint.
Klar ist das jetzt auch irgendwie ganz viel Werbung, wenn man das jetzt so liest.
Aber ich bin da wirklich überzeugt von dem..und denke, dass sollte auch mal gesagt werden.
Arbeiten wieder attraktiv machen, im eigenen Land. Das ist nicht nur eine Sache des Geldes….